Hochkultur in Moselsürsch

Sie ist ganz jung, die Kulturinitiative „Lehmensart“, aber sie hat in den ersten Monaten ihres Bestehens bereits absolut wundervolle Veranstaltungen an die Mosel geholt. Da war der bulgarische Abend, den so schnell niemand vergessen wird, dann die „Welt der schönen Dinge“ und jetzt ein veritabler Sommernachtstraum im Hofladen in Moselsürsch. Rufus Beck in Moselsürsch? Da wird der ein oder andere Fan des großen Schauspielers und Hörbuchlesers wohl bundesweit erst einmal das Internet bemüht haben.

Gut so, man darf dort auch nachher zu Besuch kommen. Hier in der Region hatte man keine Probleme, den Weg in die Kirchstraße zu finden. Und so war der Hof bis zum Bersten gefüllt, als Dr. Karl-Jürgen Wilbert sein Grußwort sprach.

Und in der Tat, auch der kostbare Flügel hatte seinen Weg gefunden in den Geflügelhof, an dem saßen zwei ebenso charmante wie brillante Pianistinnen, Ines und Anna Walachowski, die in feenhafter Leichtigkeit den Sommernachtstraum von Felix Mendelssohn-Bartholdy in den sanft erlöschenden Abend zauberten.

Das Licht wanderte und verschwand, und dann kam er: Rufus Beck, der keinen Augenblick einen Zweifel daran ließ, warum er einer der beliebtesten Schauspieler Deutschlands ist. Für eine ganze, jüngere Generation reicht seine Stimme, für mich als Generationsgenossen waren auch offene Augen angesagt. Er erzählte uns die aberwitzigen Verwicklungen des „Sommernachtstraums“ des ebenso aberwitzig vertrackten Autors Shakespeare in einer kürzeren, aber nicht minder unterhaltsamen Fassung, so hatte man den noch nicht gehört, aber eigentlich wäre man froh gewesen, ihn früher so erleben zu können.  Hochkultur“ eben. Ich fand den Ausdruck immer als einen Schlag ins Gesicht derer, die vor Ort schaffen, „Lehmensart“ hat mir die beiden Konzepte locker versöhnt. Stefan Gemmel und die anderen Organisatoren des Abends überreichten den Geschenkkarton
„Lehmensart“ samt Rotweingelee, die Künstler enteilten aus nachvollziehbaren Gründen recht flott, aber für das Publikum fügte sich alles, man blieb, auch im Gespräch.

Ja, man durfte träumen in einer Sommernacht, das war ein Abend für die Ewigkeit, danke Lehmensart!

Quelle: Mitteilungsblatt der Verbandsgemeinde Untermosel, Ausgabe 37/2010 Seite 24
Autor: Thomas Krämer
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